Tag der Diakonin

Weiheamt auch für Frauen!

Der 29. April ist nicht nur der Gedenktag der großen Kirchenlehrerin Katharina von Siena. Seit mehr als 20 Jahren wird an diesem Tag auch der „Tag der Diakonin“ gefeiert. Frauenverbände und katholische Laienvertretungen nutzen den Tag, um auf die Verdienste von Frauen aufmerksam zu machen und um für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche zu werben.

 

Die geistliche Begleiterin der kfd (Katholischer Frauenbund Deutschlands) im Bistum Hildesheim, Schwester Hildegard Faupel, schreibt zu diesem Anlass Folgendes: "Die letzten Wochen haben mir und vielen anderen Frauen unseres Verbandes gezeigt, wie wichtig und wohltuend es ist, in Kontakt zu sein, sei es durch Begegnungen auf Abstand, Telefonate oder die neueren Medien. Gut ist es, voneinander zu wissen und sich umeinander zu sorgen. Auch die, die keine Familie hat oder deren Familie nicht in der Nähe ist, weiß, dass sie nicht allein ist. Da musste nicht erst ein Netzwerk aufgebaut werden, weil es das schon lange gibt. Eine Kostbarkeit in diesen Tagen. Da ist Kirche lebendig. Und noch etwas ist mir wieder bewusst geworden: Kirche lebt nicht nur vom Brot allein, sprich von der Eucharistie. Viel Zeit und Mühe ist darauf verwendet worden, sie internetfähig zu machen. Doch wir glauben nicht an einen Gott, der Brot geworden ist, sondern Mensch, der uns in Jesus menschlich nahe gekommen ist. Und wie wichtig es ist, einander nahe zu sein, wie Jesus den Menschen seiner Zeit menschlich nahegekommen ist, das wird und wurde deutlich gerade da, wo menschliche Kontaktaufnahme erschwert war und ist. Es ist eben etwas anderes, seine Liebsten in den Arm zu nehmen, wenn sie krank sind, sich einsam fühlen oder ihnen aus dem notwendigen Abstand zu begegnen. Jesus ist den Menschen ganz nahe gekommen, ist in das Haus des Zöllners Zachäus und das Haus von Maria und Marta gegangen, er hat sich von der blutflüssigen Frau anfassen lassen und den Aussätzigen berührt. Wie viele Frauen sind nun für die kranken und alten Menschen hautnah da. Wie viele wagen in diesen Tagen neu die direkte Begegnung mit den Kindern in Kita und Schule. Dass auch diese Liebesdienste – neben Liturgie und Verkündigung - wesentlich zu unserer Kirche gehören, dafür soll das sakramentale Diakonat Zeichen und Garant sein. Um der Menschen und der Gerechtigkeit willen ist es an der Zeit, dass auch die Berufung von Frauen zur Nachfolge Jesu in diesem Dienstamt von der Amtskirche angenommen wird. Und es hat etwas mit ihrer Glaubwürdigkeit zu tun. So hartnäckig wie die Witwe im Gleichnis den Richter bittet, ihr Gerechtigkeit zu schaffen (Lk 18, 1-8), so unermüdlich wie Katharina von Siena für das kämpfte, was sie als dem Evangelium gemäß ansah, so beten und engagieren wir uns nun schon zum 23. Mal am Tag der Diakonin für den Diakonat der Frau. Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), das Netzwerk Diakonat der Frau und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) laden zu einer anderen Beteiligung am Tag der Diakonin ein, damit unsere Kirche zukunftsfähig bleibt."